Das Spiel (nicht nur) für den Urlaub in Schweden
Das schwedische Wurfspiel mit den Holzklötzen wird in Deutschland manchmal Wikingerspiel oder Wikingerschach genannt. In Schweden heißt es Kubb (von kubb = Kurzholz) und für uns gehört es zu einem Schwedensommer in der stuga einfach dazu.
Das Spiel Kubb ist einfach, aber nicht langweilig. Alle können mitmachen, vom Dreijährigen bis zur Oma. Es braucht etwas Geschick und etwas Glück. Man bewegt sich ein wenig, aber garantiert nicht zu viel. Wer gerade nicht dran ist, kann fachmännische Kommentare abgeben oder einfach still an einem Getränk nippen.
Also genau die richtige Aktivität für den Familienurlaub oder das Grillfest mit Freunden. 😊
Das braucht ihr
Ein hölzernes Kubb-Spiel: Erhältlich in vielen größeren schwedischen Supermärkten, in Läden wie Biltema oder Rusta, in Spielzeuggeschäften, an manchen Tankstellen und natürlich im Internet.
Wer handwerklich geschickt ist, kann das Spiel auch einfach selbst herstellen (aus abgesägten Vierkant- und Rundhölzern).
Spieler: 2 bis viele
Platz: eine Spielfläche von ca. 8×4 Metern (Rasen, flacher Strand oder notfalls Asphalt …)
Spieldauer: je nach Wurfgeschick, üblicherweise ca. 25 Minuten
Die Ausgangsaufstellung
Beim Kubb treten zwei Mannschaften (oder zwei Einzelspieler) gegeneinander an. Die Mannschaften müssen dabei nicht unbedingt die gleiche Anzahl Spieler haben.
Das Spielmaterial besteht aus folgenden Hölzern:
1 König, 10 eckige Stellklötze und 6 runde Wurfhölzer
(Manchmal auch noch 4 dünne Eckpfeiler für das Spielfeld, sie sind nicht unbedingt erforderlich.)
Zu Beginn werden die Hölzer so aufgestellt:
Beide Mannschaften stellen ihre Stellklötze in regelmäßigen Abständen auf einer ca. 4 m langen Grundlinie auf. Die Grundlinien haben dabei ca. 8 m Abstand voneinander. (Wenn Kinder/alte Leute dabei sind oder wenig Platz ist, spielen wir immer mit nur ca. 5-6 m Abstand.)
Der König kommt in die Mitte des Spielfeldes.
So sieht das dann aus:

Ziel des Spiels
Ziel des Spiels ist es, mit den Wurfhölzern alle Stellklötze der Gegner „hinauszuwerfen“ und dabei im letzten Zug auch noch den König umzuwerfen.
Wer den König aus Versehen (oder absichtlich) zu früh umwirft, verliert!
Spielregeln: So wird gespielt
Kubb ist sehr weit verbreitet und viele Familien haben eigene Regelvarianten. Ich beschreibe hier die üblichen Grundregeln.
Team A wirft
Team A beginnt und wirft die 6 Wurfhölzer eines nach dem anderen in Richtung der Stellklötze von Team B. Der Abwurf erfolgt immer von hinter der Grundlinie.
Dabei werden die Hölzer an einem Ende angefasst und „der Länge nach“ von unten geworfen.
Würfe von oben und seitlich angedrehte Würfe sind nicht erlaubt.
Klötze, die von selbst umfallen (durch Wind, unebenen Boden usw.) oder durch versehentliche Berührungen, werden wieder aufgestellt.

In meinem Beispiel ist es Team A gelungen, einen Klotz von Team B umzuwerfen.
Team B begutachtet den Schaden
Nun ist Team B dran. Bevor es auf die Stellklötze der Gegner werfen darf, muss es zuerst den (eigenen) gefallenen Klotz „beseitigen“.
Ein Spieler von Team B nimmt den gefallenen Klotz und wirft ihn über die Mittellinie in die andere Spielhälfte.

Dort, wo der Klotz in der anderen Spielhälfte landet, wird er von Team A aufgestellt.

Team B wirft
Nun bekommt Team B die 6 Wurfhölzer und muss zunächst den eigenen (dunkelbraunen) Klotz umwerfen!
Gelingt dies, wird er aus dem Spiel genommen.

Nun erst darf Team B mit den restlichen Wurfhölzern auf die Stellklötze der Gegner werfen.

Team B ist dabei erfolgreich und wirft sogar zwei Stellklötze der Gegner um.
Team A begutachtet den Schaden
Nun ist Team A wieder dran und muss zunächst seine gefallenen Klötze in die andere Spielhälfte werfen.

Dabei stellt sich Team A sehr geschickt an und wirft die Klötze so, dass sie nebeneinander landen. Dadurch wird es vielleicht möglich, beide mit einem Wurfholz zu fällen! Team B stellt die Klötze im Feld auf. (Wenn die Klötze so landen, dass sie sich berühren, werden sie in manchen Famlien sogar aufeinander gestellt.)
Team A wirft
Team A bekommt die Wurfhölzer und muss zunächst die eigenen Klötze (dunkelbraun) umwerfen, bevor es auf die Stellklötze der Gegner zielen darf.
Und so weiter …
Regeln zum Einwerfen und Umwerfen der eigenen Klötze
Was passiert, wenn es einem Spieler nicht gelingt, einen (eigenen) gefallenen Stellklotz in die andere Spielhälfte zu werfen?
-> Er erhält einen weiteren Versuch. Gelingt es auch dann nicht, wird der Klotz von einem Spieler des Gegnerteams (von dessen Grundlinie aus) eingeworfen.
Was passiert, wenn es einem Team nicht gelingt, alle eingeworfenen eigenen Klötze anschließend umzuwerfen?
Beispiel: Hier hat es Team A nicht geschafft, den letzten eingeworfenen Klotz umzuwerfen.

Nun ist Team B dran und darf zum Werfen bis zu einer gedachten Linie, auf der dieser Klotz steht, vorgehen! (Muss also nicht von hinter der Grundlinie werfen.)

Ende des Spiels
Wer den letzten Stellklotz des Gegners umgeworfen hat, muss im selben Zug auch noch den König umwerfen, um zu gewinnen.
In manchen Familien erfolgt der Wurf auf den König rückwärts durch die Beine. Dies entspricht nicht den offiziellen Regeln, macht das Spiel jedoch interessanter.

Da der Wurf so recht schwierig ist, sollte man möglichst noch mehrere Wurfhölzer für den Königswurf zur Verfügung haben! (Denn wenn man es nicht im selben Zug schafft, hat das andere Team gewonnen.)
Hier ist am Ende also etwas Taktik gefragt.
Viel Vergnügen beim Ausprobieren und Spielen! Schreibe mir gerne von deinen Kubb-Erfahrungen in den Kommentaren.







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