Wie kann ich in Schweden bezahlen? – Einkaufen, parken, öffentliche Verkehrsmittel … Mit Sprachtipps

Wie kann ich im Urlaub in Schweden bezahlen? Beim Einkaufen im Geschäft, auf dem Marktplatz, beim Tanken, beim Parken, im Bus oder auf dem loppis?

Gleich vorweg: Bargeld ist in Schweden fast ausgestorben. Viele Schweden haben gar keinen Geldbeutel mehr, sondern nur noch eine App im Handy und die Bankkarte in der Handyhülle.

Hier erkläre ich die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten und die Tücken der schwedischen Parkautomaten.

Außerdem erfährst du, was du beim Bezahlen sagen kannst, was du an der Kasse wahrscheinlich gefragt wirst und was du ganz lässig darauf antwortest. 😊

So kannst du in Schweden zahlen

Zahlung mit Bargeld

Die Zahlung mit Bargeld ist nicht überall möglich. In den großen Supermärkten ja. Viele kleinere Geschäfte und viele Tankstellen nehmen inzwischen kein Bargeld mehr an. Geschäfte können selbst entscheiden, welche Zahlungsmittel sie akzeptieren.

In öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du ebenfalls nicht mit Bargeld zahlen.

Achte auf das Schild:
Vi tar inte kontanter = Wir nehmen kein Bargeld an.
Kontantfri butik = Geschäft ohne Barzahlung

Selbst kannst du fragen:
Tar ni kontanter? = Nehmt ihr Bargeld an?
Kan jag betala kontant? = Kann ich in bar zahlen?

Nach verschiedenen Systemausfällen bei größeren Supermarktketten wird die Bevölkerung inzwischen im Rahmen der Krisenvorsorge dazu aufgerufen, stets ein wenig Bargeld zu Hause zu haben.


Kartenzahlung

Sehr verbreitet, ob im Restaurant, an der Tankstelle oder auch für Kleinstbeträge im Supermarkt. Einfach und schnell. Laut dem schwedischen konsumentverket inzwischen die häufigste Form der Zahlung.

Kan jag betala med kort? = Kann ich mit der Karte zahlen?

blippa kortet : die Karte zum Zahlen hinhalten und „abpiepen“

Kleinere Anbieter auf dem Markt oder Flohmarkt bieten häufig keine Kartenzahlung an. Hier zahlst du mit Swish (wenn du ein schwedisches Bankkonto hast) oder in bar. Bei einer Barzahlung kannst du allerdings nicht unbedingt mit passendem Wechselgeld rechnen.


Zahlung mit PayPal

Im Alltag weniger bekannt und kaum verbreitet. Für Transaktionen innerhalb von Schweden ist allgemein das schwedische Swish üblich.


Zahlung per Swish – nur mit schwedischem Bankkonto

Swish ist inzwischen das übliche, schnelle Zahlungsmittel für kleinere bis mittelgroße Beträge. Egal ob im Internet, auf dem Markt oder für Transaktionen zwischen Privatpersonen. Es gibt sogar das zugehörige Verb swisha.

Die Handy-App ist direkt mit einem Bankkonto verbunden (alle schwedischen Banken bieten Swish an). Für eine Zahlung gibt man die Handynummer des Empfängers, den Betrag und den Zweck ein. Oder man scannt einfach den QR-Code am Marktstand. Der Empfänger sieht den eingegangenen Betrag direkt im Handy und auf seinem Kontoauszug.

Um Swish nutzen zu können, braucht man allerdings ein schwedisches Konto. Längst nicht alle Anbieter denken daran, dass Touristen dies nicht haben.

Jag har inte Swish = Ich habe kein Swish.

Jag kan inte swisha = Ich kann nicht swishen.


Das wirst du an der Kasse gefragt

Nach der Zahlung wirst du normalerweise gefragt, ob du den Kassenbeleg haben möchtest:

Vill du ha kvitto? = Möchtest du einen Beleg?

Falls du nej, tack sagst, wird der nämlich erst gar nicht ausgedruckt.

Außerdem möchten viele Kassierer wissen, ob du Mitglied im Kundenprogramm bist (in Supermarktketten oder Bekleidungsgeschäften wie H&M), damit du evtl. Punkte gutgeschrieben bekommst oder Rabatte erhältst.

Wenn du nicht wie der typische Tourist aussiehst, wirst du an der Kasse wahrscheinlich Folgendes gefragt:

Kassierer: Är du medlem? (Aussprache „Äh düh mehd-lemm?“) = Bist du Mitglied?

Darauf du ganz lässig: Nej oder Nej, det är jag inte. (Aussprache „Nej, deähjah-inte“) = Nein, das bin ich nicht.

Kassierer: Vill du bli det? („Will düh blih de?“) = Willst du das werden?

Du: Nej, tack. (En annan gång.) („En annan gong“) = Nein, danke. (Ein andermal.)


Was gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Meine Kinder machen immer große Augen, wenn ich in Deutschland im Bus mit ein paar Münzen zahle. Das geht hier in Schweden schon lange nicht mehr.

Man zahlt per Karte oder lädt die App des jeweiligen Verkehrsverbundes herunter. (Und in dieser App zahlt man dann per Swish oder mit Karte). Fahrkartenautomaten gibt es nur an wenigen größeren Haltestellen. Bei uns in der Gegend kann man im Bus mit der Bankkarte sogar nur noch eine Erwachsenen-Ein-Zonen-Einzelfahrkarte kaufen. Alles andere geht über die App.

Zugreisen, Flixbus usw. kann man natürlich auch im Internet mit Karte zahlen und die Tickets zu Hause am Computer ausdrucken.


Parkgebühren zahlen in Schweden (Eine Wissenschaft für sich 😉)

Parkautomaten mit Münzen gibt es in Schweden nicht. Die Parkgebühren auf Parkplätzen werden von verschiedenen Anbietern eingetrieben, deren Systeme mehr oder weniger durchdacht sind.

Die angenehmste Variante:
Man gibt am Parkautomaten die gewünschte Parkdauer ein und zahlt mit Karte. Daraufhin spuckt der Automat einen kleinen Parkzettel aus, den man hinter die Windschutzscheibe legt. Das bekommen auch Senioren und Touristen problemlos hin.

Die zweit-angenehmste Variante:
Man gibt am Parkautomaten die Autonummer ein (wobei nicht alle Automaten ausländische Kennzeichenformate „verstehen“), wählt die Parkdauer und zahlt mit Karte. Hier bekommt man also keinen Zettel. Auf Wunsch kann man eine Bestätigung per E-Mail oder SMS erhalten.

Die nervige Variante:
Man lädt die App des jeweiligen Parkanbieters herunter und befolgt die mehr oder weniger logischen Anweisungen.

Achtung: Auf manchen Parkschildern befindet sich ein QR-Code, den man scannt, um schnell auf die Bezahlseite des Anbieters zu kommen. Hier sollte man vorsichtig am Schild nachsehen/tasten, ob der QR-Code auch nicht von Betrügern mit dem eigenen überklebt wurde.

Die extrem nervige Variante:
Man schickt eine SMS an eine auf dem Parkschild angegebene Telefonnummer. Die SMS enthält den Code der Parkstation, das Autokennzeichen und die eigene personnummer (= die schwedische Sozialversicherungsnummer, die bei allen Behörden als Kundennummer gilt) in einer genau vorgegebenen Reihenfolge. Am Ende der Parkzeit schickt man eine neue SMS, die das Wort avsluta = beenden enthält. Vergisst man dies, wird automatisch die Höchstparkdauer berechnet.

Laut Anbieter ist diese Variante perfekt für Menschen ohne Smartphone oder Leute, die keine App herunterladen möchten/können. Klar. Der 78-jährige Gustav oder die Touristen, die gar keine schwedische personnummer haben, kriegen das bestimmt hin.

Die Zahlung erfolgt dann über eine Rechnung, die man nach Hause geschickt bekommt. (Über die personnummer erhält der Anbieter nämlich ganz einfach die Adresse.) Auf der Rechnung übersteigen die Bearbeitungsgebühr und das Porto die reine Parkgebühr dann um ein Vielfaches.


So kommst du in Schweden einfach an Bargeld

Falls du kein schwedisches Bargeld mitgebracht hast, aber auf dem Markt oder loppis in bar zahlen möchtest, hast du folgende Möglichkeiten:

Auf einer schwedischen Bank kannst du normalerweise kein Geld wechseln oder dir Bargeld auszahlen lassen. Dazu brauchst du einen Bankautomaten. Diese gibt es häufig in großen Supermärkten.

Tipp: Falls kein Bankautomat vorhanden ist, kann man sich in manchen Supermärkten auch an der Kasse Bargeld auszahlen lassen: Man bittet die Kassiererin oder den Kassierer, die Summe, die bei der Zahlung der Einkäufe von der Karte abgebucht wird, zu erhöhen und bekommt den zu viel gezahlten Betrag (sozusagen das Wechselgeld) in bar heraus.

Manche Supermärkte nehmen auch Euro-Bargeld an und man bekommt das Wechselgeld in Kronen.

So kannst du danach fragen:

Jag skulle vilja ta ut kontanter. = Ich möchte gerne Bargeld abheben.
Har ni bankautomat? = Habt ihr einen Bankautomaten?
Var finns närmaste bankautomat? = Wo befindet sich der nächste Bankautomat?

Kan jag ta ut kontanter i kassan? = Kann ich an der Kasse Bargeld abheben?

Kan jag betala kontant med Euro? = Kann ich mit Euro in bar zahlen?

Das schwedische „v“ wird immer wie ein „w“ ausgesprochen. Das „u“ ähnlich wie ein „üh“. Und das Wort Euro wird nicht „Oj-roh“, sondern „E-u-roh“ oder sehr oft auch „Eww-ro“ ausgesprochen.😊


Fazit:

Du wirst im Urlaub in Schweden fast alles mit der Karte zahlen und eigentlich kein Bargeld brauchen. Falls du auf dem Markt oder dem loppis einkaufen möchtest, kannst du am Bankautomaten einen kleineren Betrag abheben.


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