7 Fun Facts über schwedische Vornamen

Schwedische Vornamen für Kinder

In meinem Artikel Herr Nilsson heißt jetzt anders habe ich erklärt, warum so viele Schweden mit Nachnamen Gustavsson, Andersson oder Nilsson heißen und wie man seinen Namen in Schweden ganz einfach ändern kann.

Hier sind 7 Dinge, die du wahrscheinlich nicht über schwedische Vornamen wusstest:

1. Inge ist in Schweden ein Mann und Gerd eine Frau

Der Vorname Inge wird in Schweden für Männer verwendet. Ich habe einen Bekannten, der so heißt, und inzwischen finde ich das ganz normal. (Inger mit „r“ ist dagegen ein weiblicher Vorname, so heißt die Schauspielerin, die Pippi Langstrumpf in den klassischen Filmen spielt.)

Der Vorname Gert mit „t“ wird für Männer verwendet, Gerd mit „d“ ist dagegen ein sehr alter nordischer Frauenname! Das „G“ am Anfang wird „J“ ausgesprochen. Wenn in Schweden Inge und Gerd zu Besuch kommen, ist also Inge der Mann und Gerd die Frau!


2. Der Rufname ist oft der zweite Vorname

Schweden haben meist mehrere Vornamen. Einer dieser Vornamen wird als Rufname (tilltalsnamn) festgelegt. Erstaunlicherweise ist dies bei vielen der zweite Vorname. Noah Gustafsson heißt komplett vielleicht Carl Noah Erik Gustafsson.

Wer als Lisa Hildegunde Hannelore nach Schweden einwandert und nicht möchte, dass das alles im Schuljahrbuch, auf Klassenlisten usw. auftaucht, der sollte den tilltalsnamn bei Skatteverket festlegen. Sonst gelten alle Vornamen als gleichwertig.


3. Otto und Walter spielen im Sandkasten

Viele Vornamen gibt es in Schweden und in Deutschland. Nur nicht immer in der gleichen Generation. Schweden wundern sich, wenn in Deutschland junge Frauen Lena heißen oder junge Männer Jan oder Lars. So heißen hier die Omas und Opas. Und Britt-Marie, die ich immer beim Spazierengehen treffe, ist über 80.

Umgekehrt habe ich mich gewundert, als Hermann, Theo und Ludwig mit einem meiner Kinder eingeschult wurden. Und zwei Babys aus dem Bekanntenkreis heißen Otto und Walter. „Wie süß!“, denken Schweden da.


4. Madita und Findus sind eigentlich gar keine schwedischen Vornamen

Der Name Madita wurde von der deutschen Übersetzerin der gleichnamigen Bücher erfunden. In Schweden heißt Astrid Lindgrens Kinderbuchfigur „Madicken“ (als Abkürzung für Margareta), nach einem Mädchen, mit dem Astrid als Kind häufig spielte. Erst nach dem Erscheinen der deutschen Bücher wurde der Name Madita auch in Schweden bekannt.

Findus ist ebenfalls kein schwedischer Vorname, sondern eine Lebensmittelmarke mit Sitz in Schweden. (Findus ist die Abkürzung des Wortes Fruktindustri = Fruchtindustrie.) In Sven Nordqvists bekannten Kinderbüchern wird der kleine Kater vom alten Petterson auf den Namen Findus getauft, weil er ihn in einer Kiste mit der Aufschrift „Findus Gröna ärtor“ (= Findus grüne Erbsen) erhält. Seit Erscheinen der Bücher geben jedes Jahr 0-2 schwedische Familien ihren Neugeborenen diesen Namen. Auf deutschen Websites steht manchmal, der Name würde „der Treue“ bedeuten, das ist jedoch der Name Fidelius.


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5. Manche Spitznamen sind länger als die eigentlichen Namen

So ist Lasse die „Abkürzung“ von Lars, wer Bo heißt, wird Bosse genannt (das „o“ wird hier wie ein „u“ ausgesprochen), Janne ist die Abkürzung von Jan und Pelle die Abkürzung von Per.

Alle diese Namen gehören heute übrigens zur Opa-Generation. So wurden schwedische Kinder in den 50ern und 60ern genannt (als Astrid Lindgren einige ihrer Bücher schrieb.)


6. Im schwedischen Original haben manche von Astrid Lindgrens Figuren andere Namen.

Das bekannteste Beispiel ist Michel aus Lönneberga, der bei Astrid Lindgren Emil heißt. In Deutschland war kurz zuvor Erich Kästners „Emil und die Detektive“ herausgekommen und man wollte keinen zweiten Kinderbuch-Emil.

In Bullerbü wohnen im schwedischen Original Lisa, Lasse und Bosse im Mittelhof, das ist auch in der deutschen Übersetzung so. Im Nordhof wohnen Britta und Anna, sie wurden in der deutschen Übersetzung zu Britta und Inga. Vielleicht klang Anna für die Übersetzerin zu deutsch?

Im Südhof wohnen die kleine Kerstin (das wird „Scherstin“ gesprochen) und ihr Bruder Olle (ausgesprochen Ulle). Olle wurde in der deutschen Übersetzung zu Ole, was eigentlich ein dänischer oder norwegischer Name ist.


7. Wer sich nicht gleich entscheiden kann, nennt das Baby erstmal Lillasyster oder Lillebror

In Schweden hat man nach der Geburt eines Kindes drei Monate Zeit, einen Namen festzulegen. Man kann das Baby also erstmal in Ruhe kennenlernen und schauen, welcher von den ins Auge gefassten Vornamen am besten passt. So lange wird das Kleine dann einfach Lillebror (= kleiner Bruder) oder Lillasyster (= kleine Schwester) genannt. Ein paar wenige Familien verwenden diese Namen dann tatsächlich als Vornamen.

Und wie heißen nun schwedische Kinder tatsächlich?

2025 waren die schwedischen Top Ten der beliebtesten Babynamen:

bei den Mädchen: Vera, Astrid, Olivia, Alice, Elsa, Alma, Freja, Selma, Ella, Alba.

bei den Jungen: Noah, Hugo, Liam, Nils, Alfred, August, Oliver, William, Leo, Otto.

Weitere übliche schwedische Namen für kleinere und größere Mädchen: Linnéa, Ebba, Signe, Matilda, Tilda, Sigrid, Saga, Lovisa.

Für Jungen: Oscar, Emil, Love (wird Luhwe gesprochen), Malte, Arvid, Ture, Albin, Carl, Ludvig.

Eine Übersicht mit den beliebtesten Namen der letzten Jahre findest du hier. (einfach ein Stück runterscrollen)


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