Frühsommer in Schweden!
Der Juni verging rasend schnell. Nach ein paar Wochen mit durchwachsenem Wetter konnten wir hier in Südschweden bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein Mittsommer feiern. Außerdem habe ich übersetzt, meine Weiterbildung abgeschlossen und bin nach Lund gereist. Und wir hatten tierischen Besuch im Garten.
Übersetzungen und Ausflug nach Lund
Im Juni habe ich unter anderem Anleitungen und Pressemitteilungen zu schwedischer Outdoor-Ausrüstung übersetzt (SV-DE) und eine Übersetzerkollegin aus Luxemburg vertreten (FR-DE), mit der ich seit einigen Jahren zusammenarbeite.
(Sprachnerdkommentar: Wusstest du, dass Luxemburgisch neben Deutsch und ein paar friesischen Dialekten die einzige Sprache ist, in der Substantive immer großgeschrieben werden?)
Am 10. Juni war skolavslutning für die Schüler und die heiß ersehnten Sommerferien begannen. Die Lehrer mussten noch eine Woche länger ausharren. Sie fangen dann auch ein paar Tage früher wieder an.
Meine Kommunikations-Weiterbildung war kurz vor midsommar zu Ende. Für den schriftlichen Abschluss reiste ich nach Lund, in die wunderschöne alte Unistadt im schwedischen Südwesten.
Gleich bei der Ankunft am Bahnhof sieht man, dass man sich in einer Studentenstadt befindet: Fahrräder überall.





Midsommar am See
Nach zwei Wochen mit sehr durchwachsenem Wetter kam pünktlich zu midsommar die Sonne heraus und es wurde wieder wärmer. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir auf der Wiese am See feiern.
(Wir hatten auch schon ein Jahr, da war es an Weihnachten wärmer als an Mittsommer. 😉Die Schweden kennen da ja nichts, sie feiern auch bei acht Grad im dünnen Sommerkleid.)
Mittags gab es Hering und die obligatorischen nypotatis, kleine Frühkartoffeln, die mit Schale gekocht und gegessen werden. Natürlich gut gewaschen und geschrubbt. Die kleinen Dinger mit einer Hand festzuhalten und mit der anderen zu bürsten, ist nicht einfach. Meist bürstet man die eigenen Finger.
Die Lösung: Der praktische Schrubbhandschuh (skrubbvante oder potatisvante), mit dem man die Kartoffeln oder anderes Wurzelgemüse ganz einfach abreibt! Diese Handschuhe gibt es in Schweden in jedem größeren Supermarkt (zu einem deutlich günstigeren Preis als in Deutschland). Ich säubere die Kartoffeln damit im Garten, dann landen Sand und Schalenreste nicht im Abfluss.





*Wenn du diesen Artikel gelesen hast, dann weißt du genau, wie man das Wort midsommarstång ausspricht. 😁
Letzte Spargel und Besuch im Garten
An midsommar genossen wir außerdem die letzten Spargel aus dem Garten, dann war die Spargelzeit offiziell zu Ende. Nun dürfen die Pflanzen auswachsen und dekorative, hohe hellgrüne „Püschel“ bilden. Ins Spargelbeet habe ich noch ein paar rosa Kosmeen 🌸gesetzt, die Kombination sieht im Spätsommer dann schön aus.
Eines Nachmittags raschelte es plötzlich im Gebüsch neben der Terrasse. Zu „lang“ für eine Maus, zu „schnell“ für einen Igel. Wir sahen vorsichtig nach und entdeckten eine Schlange.
„Huggorm (Kreuzotter) oder vattensnok (Ringelnatter)?„ , fragt man sich in Schweden dann sofort. Die erste Art ist giftig, die zweite harmlos. Beide stehen unter Naturschutz.

Kurz darauf bewegte sich das Tier, nun konnte man den Kopf sehen. Nur ein harmloser vattensnok! Puh. Die beiden hellgelben Flecken im Nacken waren deutlich zu erkennen. (Ich merke mir immer: Die Schlangen mit Vanilleflecken hinter dem Kopf sind ungefährlich. Biologen mögen mir verzeihen. 😊)
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Pupillen: Die giftige Kreuzotter hat eine senkrechte, schmale Pupille, die Ringelnatter eine runde. Um das zu erkennen, muss man aber sehr nahe an die Schlange herangehen. Vattensnok wird übrigens „Watten-snuhk“ ausgesprochen. Vatten = Wasser (Ringelnattern können gut schwimmen) und das Verb snoka bedeutet heimlich herumschnüffeln.
Und sonst?
- Im Juli und im August gibt es kostenlose Schnupper-Schwedischkurse. Live, online und in einer netten Gruppe. Mehr Infos findest du >> hier.
- Mein schwedischer Buchtipp für den Sommer:
„Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ von Fredrik Backman. (Im Original: Min mormor hälsar och säger förlåt.) Hier ist eine Leseprobe.
Abwechselnd herrlich komisch, tiefernst, liebevoll und mit wunderbar unangepassten Charakteren.😊 Ich habe die schwedische Ausgabe gelesen, wie gut die deutsche Übersetzung ist, kann ich nicht sagen.
Vom gleichen Autor ist übrigens der Bestseller „Ein Mann namens Ove“. (Ove wird „Uwe“ ausgesprochen.)
Was ich im Juni gebloggt habe
Beim Zusammenstellen merke ich, dass ich im Juni ja doch recht aktiv war. Ich setze weiterhin auf „selbstgemacht“ und verwende keine KI.
- Fika: Spezialitäten im schwedischen Café
- Praktische Apps für den Urlaub in Schweden
- Gegrillter Zeitungsfisch – Ein Rezept fürs Lagerfeuer
- 5 Melodien, die in Schweden jeder kennt
- So feierst du midsommar: essen, singen, tanzen, Blumenkranz und Heiratsorakel
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Wer schreibt hier?

Christina ist Lehrerin, Sprachtrainerin und Übersetzerin. Seit 18 Jahren lebt sie in Südschweden.
Sie übersetzt (FR-DE und SV-DE), unterrichtet an schwedischen Schulen und erteilt Online-Schwedischunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. In netten Gruppen oder im maßgeschneiderten Einzeltraining.
Auf einfachschwedisch.de schreibt sie über die Schönheit und die Tücken des schwedischen Alltags, teilt die leckersten schwedischen Rezepte und erklärt Touristen, Schweden-Fans und Auswanderern das Land und die schwedische Sprache. Mal für Anfänger, mal für Sprachnerds.
Da sie richtige Bücher liebt, möchte sie außerdem die Lesegruppen Läslust starten, in denen sie mit leicht fortgeschrittenen und fortgeschrittenen Schwedenfans schwedische (Kinder-)Bücher liest.
Mehr über Christina erfährst du hier.
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